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Biegebolzen in der Betonstahlfertigung: Alles, was Sie wissen müssen

Was ist ein Biegebolzen?

Ein Biegebolzen ist ein zylindrisches Werkzeug, das in Biegemaschinen zur Bearbeitung von Betonstahl eingesetzt wird. Er dient als Anlagepunkt, um den Bewehrungsstahl kontrolliert in die gewünschte Form zu biegen. Größe und Beschaffenheit beeinflussen dabei direkt den Biegeradius und somit auch die mechanischen Eigenschaften des gebogenen Stahls.

In der Praxis kommt es auf Millimeter an: Ist der Biegebolzen zu klein, können innere Spannungen entstehen, die den Stahl schwächen. Ein zu großer Bolzen hingegen kann ineffizient sein, weil er zu einem unnötig großen Biegeradius führt. Daher ist die richtige Wahl entscheidend für die Qualität und Sicherheit der Bauteile.

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Aufbau und Materialien

Biegebolzen bestehen in der Regel aus hochfestem, vergütetem Stahl oder gehärtetem Werkzeugstahl, um der enormen mechanischen Belastung standzuhalten. Je nach Anwendung sind sie in verschiedenen Durchmessern und Längen erhältlich und oftmals austauschbar.

Einige Modelle sind mit einer Beschichtung versehen, um Korrosion zu vermeiden, was besonders in feuchten oder korrosiven Umgebungen wichtig ist. Hochwertige Biegebolzen haben oft eine Riffelung oder Struktur an der Kontaktfläche, um ein Verrutschen des Stahls beim Biegen zu verhindern.

Funktionsweise

Der Betonstahl wird gegen den Biegebolzen gedrückt oder gezogen, während ein beweglicher Arm oder ein Rollsystem den Stahl um den Bolzen biegt. Durch diese kontrollierte Umlenkung entsteht eine definierte Biegung mit konstanter Qualität. Die exakte Positionierung des Bolzens ist entscheidend für die Wiederholgenauigkeit bei der Serienfertigung von Bewehrungselementen.

Ein typischer Biegevorgang beinhaltet mehrere Komponenten: Neben dem Biegebolzen selbst gibt es Anschlagbolzen, Spannvorrichtungen und teilweise CNC-gesteuerte Antriebssysteme. In modernen Biegeautomaten laufen diese Prozesse hochautomatisiert ab.

Einsatzgebiete von Biegebolzen

  • Biegemaschinen in der Werkstattfertigung: Für die Serienproduktion von Bügeln, Haken, Ankern oder Bewehrungskörben.
  • Mobile Biegevorrichtungen auf Baustellen: Zur Herstellung von Sonderformen direkt vor Ort.
  • Automatisierte Biegezentren: In großen Betonstahlbiegereien werden Biegebolzen im Rahmen von CNC-gesteuerten Systemen verwendet.
  • Fertigteilewerke: Zur Herstellung von passgenauen Bewehrungsteilen für Betonfertigteile.

Vorteile des Einsatzes von Biegebolzen

  • Präzise Kontrolle des Biegeradius
  • Schutz vor Materialermüdung durch normgerechte Radien
  • Hohe Wiederholgenauigkeit bei der Serienfertigung
  • Einfache Austauschbarkeit bei Werkzeugverschleiß
  • Kompabilität mit verschiedenen Maschinentypen
  • Reduktion des Ausschusses durch gleichmäßige Biegeergebnisse
  • Unterstützung von Sonderformen und komplexen Biegeverfahren

Normen und Richtlinien

Der Einsatz von Biegebolzen ist eng an technische Normen gebunden. In Deutschland sind insbesondere folgende Regelwerke relevant:

  • DIN 488: Technische Lieferbedingungen für Betonstahl
  • DIN EN ISO 17660: Schweißverbindungen von Betonstahl
  • DAfStb-Richtlinie: Zusätzliche Anforderungen für die Bewehrungsverarbeitung

Diese Normen definieren Mindestbiegeradien in Abhängigkeit von Durchmesser und Stahlsorte. Ein zu kleiner Bolzen kann zu Rissen oder zum Versagen der Bewehrung führen. Deshalb ist die Auswahl des richtigen Bolzendurchmessers essenziell.

Auswahlkriterien für den passenden Biegebolzen

Beim Kauf oder Einsatz eines Biegebolzens sollten folgende Faktoren beachtet werden:

  • Kompatibilität mit der vorhandenen Maschine
  • Durchmesser passend zum geplanten Biegeradius
  • Materialeigenschaften (gehärtet, rostfrei etc.)
  • Normenkonformität
  • Verfügbarkeit von Ersatzteilen
  • Widerstandsfähigkeit gegen mechanische und thermische Belastung

Pflege und Wartung

Um eine lange Lebensdauer und konstante Qualität zu gewährleisten, sollten die Bolzen regelmäßig gewartet werden. Dazu gehört das Reinigen von Anhaftungen, das Überprüfen auf Risse oder Abnutzungen und gegebenenfalls das Nachbearbeiten oder Austauschen des Bolzens. In hochfrequentierten Produktionslinien empfiehlt sich der Einsatz von Ersatz-Bolzen im Wechselbetrieb.

Innovationen und Zukunftstrends

Die Digitalisierung und Automatisierung machen auch vor der Betonstahlbearbeitung nicht Halt. Moderne Biegesysteme setzen zunehmend auf Sensorik, um den Verschleiß  in Echtzeit zu messen. KI-basierte Steuerungen können Vorschläge zur optimalen Biegefolge machen und dadurch Produktionszeit sparen. In der Entwicklung befinden sich zudem selbstjustierende Biegebolzen, die sich automatisch an die Materialstärke anpassen.

Fazit

Der Biegebolzen ist ein zentrales Element in der Betonstahlbearbeitung. Seine Funktion als Anlagepunkt zur Umlenkung des Stahls macht ihn unverzichtbar für präzise und normgerechte Biegearbeiten. Durch die richtige Auswahl und Wartung kann nicht nur die Qualität der Endprodukte gesichert, sondern auch der Produktionsprozess optimiert werden. Mit Blick auf steigende Anforderungen an Effizienz und Nachhaltigkeit ist der Biegebolzen ein Schlüsselbauteil für die Zukunft des Bauwesens.

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